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Zeichenerklärung:
Leerwabe
Brutwabe
Drohnenbrutwabe
Pollenwabe
Honigwabe, offen
Honigwabe,
zu
Mittelwand
oder
Königin
Absperrgitter
Zusetzgitter
Applikator

Futtereimer
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Pflegezeit
Die Bienen holen weniger Honig ein als sie verbrauchen, die Tracht ist
beendet. Ab Mitte bis Ende Juli schließt sich die Pflegezeit an. Aus den nun
von der Königin gelegten Eiern werden die Bienen entstehen, die das Wintervolk
bilden. Diese Winterbienen arbeiten im Herbst nicht mehr, sondern legen
sich in ihrem Körper ein Eiweißdepot an. Sie benötigen daher sehr viel
Pollen. Im Gegensatz zu den Arbeitsbienen, die im Frühjahr und Frühsommer
geboren und nur wenige Wochen alt werden, leben diese Arbeitsbienen ein
halbes Jahr. Sie sichern das Überleben des Volkes zur brutfreien Zeit des
Winters und pflegen im nächsten Frühjahr die erste Brut. Der Imker setzt daher
zur Pflegezeit alles daran, möglichst große Völker mit vielen Winterbienen
für die Einwinterung zu bekommen. Die Völker sollen möglichst auf zwei
Räumen eingewintert werden und gut mit Pollen versorgt sein.
Abschleudern:
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Zustand des Volkes: |
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Die Völker haben noch einige volle und mehrere nicht
vollständig gefüllte Honigwaben. Obwohl der Honig schon einen Wassergehalt
von unter 18% aufweist, ist die Verdecklung der Zellen unvollständig. Mehrere
leere Waben sind in den Völkern vorhanden. Das Brutnest befindet sich jetzt
überwiegend in Zarge 2 und die Drohnenwabe ist nicht mehr vollständig
bebrütet. In Zarge 1 befinden sich mehrere Pollenwaben.Da die Bienen
jetzt nur noch wenig Nektar oder Honigtau finden, neigen sie zur
Räuberei. Die Bienen versuchen in andere Völker einzudringen und des
dort
vorhandenen Honigs habhaft zu werden. Da sich die Völker verteidigen, kann es
zu vielen toten Bienen und sogar zur Ausrottung ganzer Völker kommen. Neben
dem Verlust von Völkern werden durch die Räuberei auch häufig Krankheiten
verbreitet. |
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Arbeiten am Volk: |
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Zu dieser Jahreszeit sind alle Arbeiten schnell
durchzuführen. Die Bienen anderer Völker dürfen nicht an Honigvorräte des
gerade geöffneten Volkes kommen. Alle Völker eines Standes sind möglichst
zur gleichen Zeit zu bearbeiten. Die Räuberei muss unbedingt verhindert
werden.Zarge 3 wird abgehoben und mit geschlossenem Deckel auf einen
Zwischenboden gesetzt. Die Honigwaben, unbebrütete Leerwaben und die Drohnenwabe
werden aus Zarge 2 entnommen, abgefegt und für Bienen unzugänglich beiseite
gestellt. Die Brutwaben von Zarge 2 werden in Zarge 1 gehängt. Zwei
Pollenwaben verbleiben in Zarge 1, ansonsten ist sie mit Brutwaben
aufzufüllen. Dabei kommen die dunkleren Waben möglichst nach außen und die
weniger häufig bebrüteten (hellbraun) nach innen. Die anderen Pollenwaben
und die Waben mit wenig Brut kommen in Zarge 2. Es sollen möglichst wenig
häufig, aber bebrütete Waben (hellbraun) sein. Unbebrütete Waben (weiß bis
gelb) gehören nicht in den Wintersitz. Sie können allenfalls als Randwaben
in Zarge 2 Verwendung finden. Zarge 2 wird mit mindestens einmal bebrüteten
(hellbraun) Pollen- oder Leerwaben aufgefüllt. Diese Waben wurden während
der Trachtzeit den Völkern entnommen, geschleudert und eingelagert. Die
beiden äußeren Waben bleiben fehlen. Die entnommenen Waben aus Zarge 3
werden abgefegt und die Honigwaben mit denen aus Zarge 2 geschleudert. Die
Leerwaben werden vor Bienen und Wachsmotten geschützt gelagert. Die
Fluglöcher werden auf eine Höhe von ca. 8mm und eine Breite von 15cm
eingeengt.
Da den Völkern nun der meiste Honig entnommen wurde,
müssen sie gefüttert werden. Für die Auffütterung der Bienen kommen
verschiedene zuckerhaltige Produkte und Behältnisse zur Darreichung in Frage.
Wir füttern die Völker mit Haushaltszucker (Raffinade) ein. In einen 5L
Futtereimer werden 3L kaltes Wasser und 3kg Zucker gegeben. Der Eimer wird mit
dem Spezialdeckel mit feinem Sieb verschlossen. Der Eimer wird leicht
geschwenkt, so dass der Zucker in Bewegung kommt. Nun wird der Eimer Überkopf
auf das Bienenvolk gestellt. Der Zucker setzt sich auf dem Deckel über dem
Sieb ab. Die Bienen saugen das Wasser durch das Sieb und durch den Zucker. Dabei
löst sich dieser auf. Sind Zwischenböden mit Spundloch vorhanden, so werden
mit ihnen die Völker abgedeckt und der Futtereimer kommt umgedreht auf das
Spundloch. Ansonsten wird in die Abdeckfolie ein ca. 7x7cm großer Ausschnitt
zum Aufklappen herausgeschnitten und der Eimer umgedreht auf die Öffnung
gesetzt. Auf die Zarge 2 kommt dann eine weitere Zarge, die mit dem normalen
Deckel verschlossen wird. |
Entmilbung nach Trachtschluss
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Zustand des Volkes: |
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Das Futter wurde nach 5 bis 7 Tagen eingetragen. Der
Hauptbrutkern ist in Zarge 1 zu finden. Die Brut in Zarge 2 ist von
Honigkränzen umschlossen. Es wird Pollen aus dem Mais, verschiedenen
Sonnenblumenarten und anderen Feld- oder Gartenblumen eingetragen. |
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Arbeiten am Volk: |
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Die ursprünglich nur die Indische Honigbiene (Apis
cerana) parasitierende Milbe Varroa destructor findet sich
seit Anfang der 80´er Jahre auch auf unseren heimischen Europäischen Bienen
(Apis melifera). Findet keine Bekämpfung statt, so kann der Parasit
die Völker in so hohem Grade schädigen, dass sie sterben. Damit die
Winterbienen nicht bereits durch die Milben geschädigt werden, müssen die
Völker nach dem Abschleudern entmilbt werden. Hierzu werden zwei mit jeweils
0,1L 60%-ige Ameisensäure gefüllte Nassenheider Verdunster (Applikatoren) in
die Zarge 2 der Völker gestellt. Die Applikatoren werden jeweils an den Rand
des Brutnestes gegeben. Allerdings muss zwischen ihnen und der nächsten
Brutwabe genau eine andere Wabe stehen. Den Völkern werden jeweils 3kg Zucker
in 3L Wasser im Futtereimer gereicht. |
Umweiseln:
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Zustand des Volkes: |
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Das Futter wurde eingelagert und die Ameisensäure ist aus
den Applikatoren nach 10-14 Tagen vollständig verdunstet. Mittlerweile finden
sich auch keine Drohnen mehr in den Völkern. Das Brutnest ist auch aufgrund
der Ameisensäurebehandlung kleiner geworden. Die Volksstärke nimmt ebenfalls
allmählich ab. |
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Arbeiten am Volk: |
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Die Königinnen konnten nahezu unbegrenzt Eier ablegen.
Spätestens im nächsten Jahr lässt ihre Legeleistung und Vitalität deutlich
nach. Da zudem Völker mit mehrjährigen Königinnen schneller in
Schwarmstimmung kommen, als solche mit einjährigen Königinnen, sollten alle
Völker umgeweiselt (Austausch der Königin) werden. Nur Königinnen von denen
im nächsten Jahr nachgezüchtet werden soll, können in ihren Völkern
verbleiben.Die Applikatoren und die alte Königin werden entnommen.
Eine Wabe mit gerade schlüpfender Brut wird abgefegt und der Aufsteckkäfig
(Zusetzgitter) auf die schlüpfende Brut gedrückt. Unter dem Käfig sollen
sich möglichst auch leere Zellen und solche mit Honig befinden. Falls kein
Futter vorhanden ist, so kann in einige Zellen etwas Futterteig gedrückt
werden. Die neue Königin (aus einem Einwabenkästchen, Mehrwabenkästchen
oder Ableger) wird in den Käfig hineinlaufen gelassen und der Käfig
verschlossen. Diese Wabe wird in die Mitte des Brutnestes der Zarge 2
gehängt. Dem Käfig gegenüber wird eine Wabe fehlen gelassen. Eine
mindestens einmal bebrütete Leer- oder Pollenwabe wird in das Volk gegeben.Nach
einem Tag wird das Volk auf Königinnenzellen kontrolliert. In der Regel sind
aber keine vorhanden. Dann wird das Zusetzgitter mit Futterteig verschlossen.
Falls Weiselzellen gepflegt werden, so sind diese zu entfernen und einen Tag
später ist erneut zu kontrollieren und wie oben zu verfahren. |
Auffüttern:
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Zustand des Volkes: |
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Eine Woche nachdem die neue Königin zugesetzt wurde, hat
sie bereits etliche Zellen bestiftet. Weiselzellen sind nicht vorhanden und
die Bienen verhalten sich ruhig. |
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Arbeiten am Volk: |
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Das Zusetzgitter wird entnommen und die Brutwaben in Zarge
2 zusammengerückt. Eine mindestens einmal bebrütete Leerwabe wird in die
Zarge 2 gehängt. Mit 3kg Zucker in 3L Wasser im Futtereimer wird weiter
aufgefüttert.Nach 14 Tagen wird das Volk nochmals kontrolliert und
die nächsten 3kg Zucker in 3L Wasser im Futtereimer den Bienen gereicht. Je
nach Futterversorgung muss noch einmal gefüttert werden.Ende August
ist die Stockwindel mit Zählraster in die Beute einzulegen. Dann wird der
natürliche Milbenfall pro Woche ermittelt. Liegt dieser bei einem Volk über
2 Varroa-Milben pro Tag, so muss eine weitere Entmilbung erfolgen. |
Entmilbung im Herbst:
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Zustand des Volkes: |
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Spätestens Ende September ist die Auffütterung
abgeschlossen. Der Hauptbrutkern ist in Zarge 1 von Honig- und Pollenvorräten
umschlossen. Wenn der natürliche Milbentotenfall über 2 Milben pro Woche
liegt, so muss nun eine weitere Entmilbung durchgeführt werden. |
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Arbeiten am Volk: |
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Die Applikatoren werden wie bei der Entmilbung
nach Trachtschluss vorbereitet und die Stockwindel eingelegt. Ein
Applikator wird in Zarge 1 getrennt durch eine andere Wabe hinter die Brut
gehängt. Der zweite Applikator kommt in die Zarge 2 über die erste Brutwabe
von Zarge 1. Zwischen ihm und der ersten Brutwabe von Zarge 2 muss eine andere
Waben stehen. Zwei Waben müssen entnommen und vor Bienen und Wachsmotten
geschützt aufbewahrt werden. |
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Zustand des Volkes: |
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Nach 14 Tagen ist alle Ameisensäure aus den Applikatoren
verdunstet. |
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Arbeiten am Volk: |
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Die Applikatoren werden entfernt und die entnommenen Waben
wieder an die alten Positionen in das Volk gegeben. Das Flugloch wird auf
seine ganze Höhe und Breite geöffnet. Mäusen wird der Zutritt zum
Bienenvolk durch ein vor das Flugloch angebrachtes Schutzgitter verwehrt. |
Varroakontrolle im Winter:
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Zustand des Volkes: |
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Mitte November-Mitte Dezember wird der
natürliche Milbentotenfall mit der Stockwindel ermittelt. In den Völkern
wird keine Brut mehr gepflegt und ein Teil des Winterfutters ist schon
verzehrt worden. Die Bienen haben sich zu einer Traube zusammengezogen.
Völker bei denen mehr als 2 Milben pro Woche auf der Windel zu finden sind,
müssen entmilbt werden. |
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Arbeiten am Volk: |
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Im Winter bietet sich eine Entmilbung mit
14%-iger Milchsäure (Besprühen der Bienen) oder 3%-iger Oxalsäure (Beträufeln
der Bienen) an.Wenn der Imker in der Pflegezeit alles notwendige für
seine Völker geleistet hat, so fliegen sie im nächsten Jahr wieder.
Dann beginnt mit den ersten Reinigungsflügen die Entwicklungszeit. |
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